Status und Vorhersage für die nächsten Tage in der Region Stuttgart (Stand: Donnerstag, 05.04.2018 14:00 Uhr)
 
Luftschadstoffe 

Die winterliche Schadstoffsaison geht zu Ende, daher bis auf weiteres keine regelmäßige Aktualisierungen der Vorhersage mehr. Hohe Schadstoffwerte sind aber auch in der Sommersaison möglich. Insbesondere gilt dies für NO2 und Ozon (Sommersmog). Wenn sich eine derartige Lage abzeichnet, erfolgt wiedereine Vorhersage. 

Rückblick auf Besonderheiten der winterlichen Saison:

Seit Anfang Februar ist das Wetter für die Jahreszeit zu kalt ausgefallen, durch mehrere markante Kaltluftvorstöße aus Nordost.

Am Donnerstag, 8.2. lagen alle Flachlandstationen in Baden-Württemberg bei PM10 über dem Grenzwert von 50 µg/m3. Nur in höheren Lagen des Schwarzwalds und der Alb lagen die Werte etwas darunter. Auch am 9.2, wurde verbreitet dieser Grenzwert überschritten. Eine ähnliche Situation ergab sich nochmals am 2.3. und 3.3. während der allmählichen Ausräumung der extremen Kaltluft.  Einesolche flächenhafte Belastung kommt recht selten vor und unterstreicht, dass das Feinstaubproblem bei weitem noch nicht gelöst ist. 

Leider werden immer noch nicht offiziell aktuelle Daten zur kleineren Feinstaubfraktion  PM2,5 veröffentlicht. Diese Fraktion ist gesundheitlich viel gefährlicher und ist inzwischen international Standard. Die Messungen des OK-Lab und veröffentlichte aktuelle Werte der Stadt Stuttgart deuten darauf hin, dass die PM2,5-Werte nach der international üblichen Bewertung des so genannten AQI weit im gesundheitsgefährdenden Bereich lag. 
Siehe auch ein Artikel der Stuttgarter Zeitung (der bisher in dieser Form nur Online veröffentlicht wurde)

Meteorologisch war der Februar durch ein so genanntes 'major sudden warming der Stratosphäre ' geprägt.  Diese plötzliche Erwärmung der Stratosphäre führte zu einer Störung der Strömung in der Troposphäre (untere Schicht der Atmosphäre bis ca. 10 km Höhe), wo sich das Wetter abspielt.. Kurz gesagt: Statt Westwind bekamen wir dann Ostwind und es wurde Kälte aus dem Nordmeer und Sibirien bis nach Mittel- und Westeuropa geführt. 

Anmerkung zur bisherigen winterlichen Feinstaubsaison

Bis Ende Januar war der Spätherbst und Winter insgesamt ungewöhnlich schadstoffarm. Seit Anfang Februar liegen die Feinstaubwerte deutlich höher. Der gesamte Februar und Teile des Märzbrachte bisher hohe Schadstoffwerte. Bei NO2 ist der Anstieg weniger markant. Der gesamte Februar und Teile des März war somit ein außergewöhnlicher Monat und völlig gegensätzlich zu den anderen Monaten des Winterhalbjahres.

Feinstaub: aktuelle Situation an der Station Stuttgart Neckartor

S- Neckartor Feinstaub Gleitender 24-Stundenmittelwert

Stuttgart Neckartor

Stuttgart Neckartor Feinstaub Tagesmittelwerte

 
 
 
Aktuelle Feinstaubwerte aus privater OK-Lab- Station, Leonberg Gartenstadt
 
Bitte beim Vergleich mit den offiziellen Werten der LUBW beachten:  Die Werte erheben keinen Anspruch auf exakte Genauigkeit. Insbesondere bei hoher Luftfeuchte und Windstille  können v.a. die kurzzeitigen Einzelwerte deutlich höher als die offiziellen Tagesmittelwerte sein

Es gibt bereits die Möglichkeit, eine Feuchtekorektur bei den OK-Lab-Sensoren zu testen. Voraussetzung ist aber, dass der Feuchtesensor eingebaut ist und funktioniert. Dazu gibt es eine Anwendung.

 
Aktueller Hinweis: Derzeit werden aufgrund der trockenen Luft und des kräftigen Windes die Feinstaubkonzentrationen an den OK-Lab-Stationen v.a.bei PM10 eher unter- als überschätzt. 
 
 Weitere Messwerte von Leonberger Stationen und weiteren Stationen des Ballungsgebiets Stuttgart siehe Menu 'Feinstaubmessnetz'.
PM 10 Leonberg Gartenstadt
PM 2,5 Tageswerte
PM 10, Messzyklus 2,5 Minuten, Werte der letzten 24 Stunden;
Zeitangaben in UTC, d.h. es ist 1 Stunden dazu zu zählen  

PM 2,5, Messzyklus 2,5 Minuten, Werte der letzten 24 Stunden
Zeitangaben in UTC, d.h. es ist 1 Stunden dazu zu zählen

Vorhersage Verkehrslärm Leonberg

Vorläufig keine Vorhersagen mehr.

Links zu weiteren Daten der LUBW:
 

Erläuterung zu der Einordnung der Werte:

*) Durchschnittlich bedeutet nicht, dass die Werte harmlos sind, sondern im Durchschnitt des Jahres an der jeweiligen Messstation liegen. Bei den Straßenmessstationen wie S- Neckartor oder Leonberg Grabenstraße kann dies z.B, bedeuten, dass der Langzeitgrenzwert (Jahresmittelwert) sogar deutlich überschritten ist. An der Leonberger Grabenstraße lag dieser Durchschnittswert im Jahre 2015 für NO2 bei 47 μg/m3 . Am Neckartor in Stuttgart lag er bei 87 µg/m3. Bei Feinstaub(PM10)  lag der Durchschnittswert am Neckartor bei 37 mg/m3, in Leonberg bei 21 µg/m3. Der Grenzwert des Jahresmittelwerts liegt sowohl bei PM10 als auch bei NO2 bei 40 μg/m3. Leider wird seit Anfang des letzten Jahres in Leonberg kein Feinstaub mehr gemessen, obwohl es noch 10 Grenzwertüberschreitungen des Kurzzeitwerts von 50µg/m3 gab und dies trotz der Verlegung der Station an einen günstigeren Standort.

Die Station Stuttgart Bad-Cannstatt ist inzwischen in die Grafik des gleitenden 24h-Mittelwerts aufgenommen worden. Sie ist keine Strassenstation, sondern repräsentiert den städtischen Hintergrund. 

Zur Vermeidungung von Missverständnissen: Für die Alarmierung sind eher die Kurzzeit-Grenzwerte relevant. Für NO2 sind dies 200 µg/m3 als Stundenmittelwert, für PM10 50µg/m3 als Tagesmittelwert.

Weitere Erläuterungen zu den Messungen der LUBW:

An den 'Spotmessstellen' (d.h. an den Straßenstationen)  wird zeitnah nur NO2  gemessen. Die PM10 (Feinstaub)- Auswertung der Messung erfolgt in größeren Zeitabständen im Labor. Seit dem Feinstaubalarm gibt es aktuelle Feinstaubwerte für die Station Neckartor in Stuttgart (s.o.). Leider aber immer noch nicht für die anderen Strassenstationen.

Erläuterungen zu den OK-Lab-Werten:

Bitte bei Vergleich mit offiziellen Messwerten beachten: Die ofiziellen Werte sind i.d.R. Tagesmittelwerte. Das OK-Lab misst im 2 1/2 Minutentakt, daher schwanken sie viel stärker. Die Werte erheben keinen Anspruch auf exakte Genauigkeit. Der eingestzte Sensor ist ein PM2,5-Sensor. Der PM10-Wert wird abgeschätzt und kann daher ungenauer sein.  Einzelne Stationen können unplausible Werte liefern. Bei hoher Luftfeuchte, insbesondere Nebel, können die Werte deutlich höher sein, da die offiziellen Stationen den getrockneten Feinstaub messen. Durch Feuchte kondensierte Feinstaubpartikel können jedoch vor allem bei Smoglagen die negative Gesundheitswirkung von Feinstaub verstärken. Insofern liefern die OK-Lab- Werte eine wichtige zusätzliche Information. Die Skala µg/m3 ist bei solchen Lagen jedoch nicht unmittelbar anwendbar, sondern kann nur alsOrientierung dienen. Eine Feuchtekorrektur ist in Vorbereitung. Ziel ist es einen zusätzlichen Wert bereitzustellen, der mit den offiziellen Werten besser vergleichbar ist.

Alle Infos ohne Gewähr und insbesondere nicht mit der Zusage einer regelmäßigen Aktualisierung, daher bitte immer den Aktualisierungstag beachten!