Status und Vorhersage für die nächsten Tage in der Region Stuttgart
(Stand: Montag, 03.03.2019 13:00 Uhr)
 
In den nächsten Tagen meist gute bis sehr gute Luftqualität 

In der nächsten Woche herrscht eine zeitweise recht intensive Westwetterlage mit Regen und Wind, kurzzeitig auch mit Sturm. Daher ist die Atmosphäre meist gut durchmischt und die Luftqualität gut.

 

Aktuelle Messdaten der LUBW:  Daten der LUBW

Daten des OK-Lab-Netzes: Luftdaten.info   oder:  alternative Darstellung

Weltweite Daten auf Basis des US-AQI: aktuelle AQI-Wert

 

Aktuelle Besonderheiten

Erste Überschreitung des WHO-Grenzwertes für Ozon in diesem Jahr

Rückblick:
Seit der letzten Vorhersage am 22. blieben die Werte in der Fläche meist auf mäßigem Niveau. In tieferen, ungünstigen Lagen gingen sie jedoch teilweises recht hoch. Es gab daher große lokale Unterschiede, vor allem im Stuttgarter Kessel. An Verkehrsstationen wurden bei PM 10 der Grenzwert teilweise überschritten (z.B. am Neckartor in Stuttgart). Die NO2-Werte lagen dort auch hoch und gingen teilweise über 150 µg/m3 im Stundenmittel (Grenzwert: 200 µg/m3). Die Ozonwerte lagen für die Jahreszeit zeitweise sehr hoch, Am Donnerstag, 28.2. wurde in diesem Jahr zum ersten Mal an den Stationen Gärtringen, Bad-Cannstatt und Ludwigsburg der Grenzwert für den maximalen 8h-Mittelwert der Weltgesundheitsorgansation (WHO) von 100 µg/m3 überschritten. 

Möglicher Einfluss auf die Grippewelle:

Der Praxisindex stagnierte in der KW 8 auf recht hohem Niveau. Dazu die aktuelle Grafik des Praxisindex des Robert Koch Instituts:

01 Practiceindex 08 20182019

Diese Stagnation ist konsistent mit dem Verlauf der Schadstoffsituation, welche in den letzten 3 Wochen insgesamt meist auf mäßigem Niveau lag.

Bisher verlief das Winterhalbjahr im Vergleich mit den letzten beiden Jahren 'Schadstoff- freundlich'. Insbesondere gab es praktisch keine schweren Smoglagen. Damit scheint auch die diesjährige Grippewelle recht glimpflich zu verlaufen. Die Feinstaubwerte werden wohl in der Fläche nicht mehr das Januarniveau erreichen.

Verlauf der letzten 30 Tage an der Station Leonberg Glemstal:

Feinstaub 92 2019 03 03 13.58.26

Quelle: https://feinstaub.rexfue.de/map?sid=92  

Beispiel für den Einfluss von Kondensation auf die OK-Lab - Werte

Die folgende Grafik zeigt einen Vergleich der Tagesmittelwerte des Monats Januar mehreren Stuttgarter OK-Lab- Stationen mit den Werten der LUBW-Station Bad-Cannstatt:

Feinstaub Januar Cannstatt Vergleich Jan 2019 

Quelle: http://sensorcheck.info/main_offiziell.php?SIDALL=701%2C609%2C19047%2C231%2C14205%2C12441%2C6107%2C6655&Datum_off=2019-01&Station=offdata_Stuttgart+Bad+Cannstatt.csv

Die OK-Lab Stationen liegen in der Nähe der Station Bad-Cannstatt.Sie sind also von der Lage her vergleichbar. Man sieht zum einen, dass die Verläufe sehr ähnlich sind, zum anderen dass es eine Erhöhung der PM10-Werte der OK-Lab-Stationen gegenüber den LUBW-Werten während der Smogperiode gibt. Dies ist ein Beispiel darür, dass selbst bei temporär starker Kondensationsbildung die OK-Lab-Werte immer noch recht gut mit den LUBW-Werten vergleichbar sind. Bei PM2,5 ist die Vergleichbarkeit noch besser. Aus gesundheitlicher Sicht ist durch die Erhöhung der OK-Lab-Werte zusätzlich erkennbar, dass es Smog gab. Diese Information enthalten die LUBW-Werte nicht.

Hinweis:

Über den folgenden Link kann man den Einfluss der Kondensation am Beispiel der Wetterdaten der Station Leonberg Glemstal abschätzen. Die wichtigsten Einflussgrößen sind die relative Feuchte (dünne dunkle Linie; Kennzeichnung Feuchte A.), sowie die Windgeschwindigkeit (schwarze und blaue Linien). Bei stärkerem Wind wird Kondensation unterdrückt. Bei stärkerem Regen kann der Feinstaub ausgewaschen werden. Der Standort ist durch die Lage im Glemstal feuchteanfällig.

Vergleich der Feinstaub- und der  meteorologischen Werte am Beispiel der PM2,5-Konzentrationen an der Wetter- und Umweltmesstation Glemstal

Anmerkung:
Eine tägliche Aktualisierung ist leider nicht möglich, vor allem, wenn keine höheren Werte zu erwarten sind.